Parasiten bei Ratten - Ektoparasiten

Ektoparasiten (Außenparasiten) sind Parasiten, die am oder auf dem Körper eines Wirtes schmarotzen und zu einem echten Problem für das befallene Tier werden können, wenn sich die Plagegeister stark vermehren.

Die meisten Parasiten sind wirtsgebunden, können sich jedoch auch hin und wieder auf den Menschen verirren. Bei der Übertragung von Ektoparasiten auf den Menschen oder andere Tierarten können ein paar generelle Aussagen gemacht werden. Im Speziellen muss aber jede Parasitenart gesondert betrachtet werden.

Durch Sekrete und Eiweiß im Speichel dieser Parasiten können stark unterschiedliche, allergische Reaktionen beim Menschen auftreten, daher sollte man die Bekämpfung immer ernst nehmen und vor allem nicht vergessen, auch die Umgebung der Tiere zu behandeln. Die wichtigsten von ihnen, bzw. einige, die am häufigsten auftreten, zeigen nachstehende Abbildungen.

Flöhe

sind bei Ratten eher selten anzutreffen. Sie sind nicht sehr wirtsspezifisch, saugen mehrmals am Tag Blut, um danach den Wirt meist wieder zu verlassen und sich in dessen Lager sowie der Umgebung aufzuhalten. Nagerflöhe sind zwischen 4-6 mm groß. Bezüglich Blutsaugen sind die Flöhe zwar nicht wirtsspezifisch, aber die Entwicklung verläuft am besten bei Aufnahme vom Blut des jeweiligen Hauptwirtes.

Flöhe paaren sich auf dem Wirtstier. Danach legt das Weibchen seine Eier auf dem Boden, vorzugsweise zwischen Ritzen und Fugen ab. Ein erwachsener Floh kann 1 bis 1 1/2 Jahre alt werden.

Mechanisch sollen Flöhe nahezu alle Erreger im Blut (Viren, Bakterien) übertragen können. Der europäische Rattenfloh ist bis 2 mm lang und heißt Nosophyllus fasciatus. Der Befall von Flöhen erfolgt durch Körperkontakt. Flöhe können sehr hoch und weit springen. Die Puppe eines Flohs kann bis zu 3 Jahre lang im Ruhezustand abwarten.Die Flöhe schlüpfen dann auf Erschütterungsreiz meist nach 3 Wochen. Ihre Stiche führen zu Juckreiz und rufen auch lokale Hautreaktionen hervor. Bei einem Massenbefall können sich Ekzeme in der Haut bilden, es kommt zu Blutmangel und Abmagerung.

Flöhe können durch Stroh eingeschleppt werden, jedoch können auch Katzen und Hunde Flöhe mit nach Hause bringen, so dass Katzen und Hunden zur Vorbeugung ein Flohhalsband angelegt werden sollte. Wenn die ungebetenen Gäste bereits im Haus sind, können die Ratten auch gegen diese Schmarotzer mit Frontline oder Stronghold behandelt werden.

Milben

Es gibt verschiedene Arten von Milben, wie z. B. Grab- Nage- und Saugmilben. Nagemilben ernähren sich von Hautschuppen, Demotexmilben, eine Übergangsform zwischen Nage- und Grabmilben, ernähren sich vom Talg in den Haarbälgen ihrer Wirte, wo sie auch leben, und Saugmilben von Blut.

Weniger bedeutsam in der Heimtierhaltung (sofern Ratten nicht im Gras Freilauf haben) ist die Herbstgrasmilbe. Sie wird mitunter verwechselt mit der "Samtmilbe".

Diese purpurfarbenen Milben sind freilebend und harmlos. Sie sind im Sommer oft in Gärten anzutreffen, laufen über Steine und Gartenmöbel. Früher wurden sie auch zum Färben von Stoffen verwendet. Es gibt viele Samtmilbenarten und einige parasitieren sogar auf Insekten. Für Menschen und Säugetiere sind sie aber harmlos.

"Echte" Herbstgrasmilben leben im Gras und nur das Larvenstadium benötigt eine Blutmahlzeit. Sie kommen vermehrt in trockenen Magerwiesen auf kalkhaltigem Boden vor und warten dort auf geeignete Blutspender. Zuerst sind sie blassgrau und werden erst durch das Blutsaugen rot. Bei der Verdauung verfärben sie sich dann über braun bis zu schwarz. Diese Milben laufen kaum über freie Flächen, können aber an Tieren und Menschen durch orangefarbene Krusten ausgemacht werden (eine Milbe kommt selten allein). Die Stiche verursachen einen sehr unangenehmen Juckreiz und bei Kleintieren können sie bei Massenbefall eine Blutarmut auslösen. Gegen Herbstgrasmilben lässt sich direkt wenig tun, außer die bekannten Aufenthaltsorte zu meiden. Also besser Ratten nicht im Gras umherlaufen lassen.

Wer im Sommer diese Milben sieht und nicht sicher ist, ob es sich nun um Samtmilben oder die unangenehmen Herbstgrasmilben handelt, kann einen Trick anwenden. Wird eine Samtmilbe zerdrückt, so entsteht ein intensiv gefärbter Fleck in hellem rot bis orange. Dies bleibt auch so, während sich die Rotfärbung beim Zerdrücken von Herbstgrasmilben an der Luft ziemlich schnell in einen braunen Farbton verwandelt.

Relativ unbekannt sind Rattenhaltern sogenannte "Umgebungsmilben", wie zum Beispiel die der Gattung "Gamasina". Diese Art gehört zu den Raubmilben und "sticht" nicht, anders als zum Beispiel die Dermanyssus - stechende Vogelmilbe. Gamasina ist freilebend und jagt Insekten und andere Kleinsttiere. Es sind keine Parasiten und sie belästigen unsere Ratten nicht.

Es ist daher nicht nötig sie zu bekämpfen. Im Gegenteil, ihre Anwesenheit kann mitunter sogar helfen, andere _Schädlinge_ in Schach zu halten. Gamasinamilben können zum Beispiel in der Einstreu, Heu oder Gras zu finden sein.

Um sicher zu sein, dass es sich nicht um einen Parasiten handelt, der den Ratten gefährlich werden könnte, muss die Milbe unter dem Mikroskop identifiziert werden. Ein Tierarzt kann das kaum, da es unzählige Milben gibt und die meisten tierartspezifisch sind. Deshalb sollte die Bestimmung von einem Biologen durchgeführt werden, der zum Beispiel auf Milben spezialisiert ist.

Es gibt viele Umgebungsmilben, die nicht parasitieren. Es gibt aber auch Milben, welche sich zeitweise auf dem Tier aufhalten, wie z. B. die Blutmilben, die nur kurz Blut saugen und sich dann in der Umgebung zurückziehen. Richtige parasitierende Milben der Ratten, wie z.B. die Fellmilben, verlassen das Wirtstier in der Regel nie.

Um welche Insekten/Parasiten es sich tatsächlich handelt, kann wie erwähnt nur durch eine genaue Untersuchung herausgefunden werden.

Wer Parasiten oder sonstige Insekten bestimmen lassen möchte, kann diese zum Beispiel schicken an das

Institut für Zoomorphologie,

Zellbiologie u. Parasitologie, Prof. Dr. Heinz Mehlhorn,

Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf

Herr Dr. Mehlhorn ist inzwischen im "Ruhestand", die Dienstleistungen an der o.g. Uni werden aber nach wie vor angeboten.

Zum "Fangen" eignet sich ein Streifen klares Klebeband, damit lässt sich das zu bestimmende Insekt gut aufnehmen. Es sollte dabei aber nicht zerdrückt werden, da sonst kaum eine Bestimmung möglich ist. Den Klebestreifen mitsamt Insekt kann man bis zum Versand gut in einer kleinen Filmdose im Kühlschrank aufbewahren.

Haarbalgmilben gehören zu den Demotex-Arten, deren gesamte Entwicklung im Haarbalg erfolgt. Durch den Fraß der Jugendstadien und der Weibchen wird die Keimschicht der Haare zerstört. Die Milben wandern dann tiefer. Durch die Zerstörung des Haarbalges und der Haarzwiebel kommt es zu Haarausfall. Der Befall erfolgt durch Körperkontakt nur bei Jungtieren. Der Lebenszyklus beträgt zwar nur 3 Wochen, aber durch die ständige Vermehrung können die Parasiten lebenslang auf dem Wirt nachweisbar sein.

Einige der häufigsten Milben bei Nagern sind Psoroptes cuniculi, Notoedres cuniculi, N.muris (Räude-Milben) oder Cheyletiella parasitivorax, Myocoptes musculinus, Ornithonyssus (Raubmilben).

Bei einem Befall mit Räude-Milben (z. B. der Ohrräudemilbe), der meist durch starken Juckreiz gekennzeichnet ist, zeigen sich an den Ohren und am Schwanz Knötchen- und Krustenbildungen (sogenannte Blumenkohlohren) und es kann zur Verhornung der Haut kommen. Auch auf dem Nasenrücken und sowie am Schwanz zeigen sich hin und wieder diese kleine "Knötchen".

Weitere Symptome sind Haarausfall und Kopfschiefhaltung. Bei sehr starkem Befall kann es bei der Ohrräude auch zu Bewegungsstörungen und Apathie mit Todesfolge kommen.

Diese Milben halten sich vornehmlich auf der Haut auf, wo sie die Oberfläche anritzen, damit proteinreiche Gewebeflüssigkeit austritt, die sie als Nahrung aufsaugen. Durch diese Reizung entsteht ein sogenanntes Exudat (Austritt von Gewebeflüssigkeit und Blutserum) und oft starker Juckreiz. Das Exudat trocknet mit der Zeit zu einer festen Kruste ein, die sich langsam von der Haut löst. Dadurch können die Milben wieder auf die Haut kriechen und eine nächste Krustenschicht entsteht.

Im Ohr entsteht so ein Pfropf, der den ganzen Gehörgang verschließen kann und von außen ein blumenkohlartiges Aussehen erhält. Wird dieser Pfropf herausgekratzt und leicht zerdrückt, erkennt man die verschiedenen Schichten, die auch als blätterteigähnliche Krusten bezeichnet werden. Bevor die Ratte mit einem Kontaktinsektizid behandelt wird, sollten die erkrankten Hautstellen )Ohren, Schwanz) unbedingt von Krusten befreit werden (evtl. mit Rivanol), auch wenn dies schmerzhaft ist und mitunter heftige Abwehrreaktionen auslöst.

Entfernt man sie vorsichtig, kann etwas Blut austreten. Mit einem sauberen Tuch, kurz auf die Stelle gedrückt, lässt sich die Blutung schnell stillen. In die aufgekratzten Stellen können Bakterien eindringen, so kommt es zu einer Sekundärinfektion, die oft nur schwer vollständig heilbar ist. Aufgekratzte Hautbereiche sollten eventuell vom Tierarzt antibiotisch versorgt werden.

Nach dem Entfernen der Verkrustungen wirken sehr gut Mittel, die direkt in die Ohren getropft werden und neben der antiparasitären auch gleich eine antimikrobielle Wirkung haben, da mit dem feuchten Exudat das Bakterienwachstum gefördert wird. Es gibt Ohrentropfen für Hunde und Katzen, Rattenhalter sollten ihren Tierarzt danach fragen, da diese Präparate schnell wechseln.

Die Übertragung von Ohrmilben findet hauptsächlich durch direkten Tierkontakt statt. Die Milben überleben neben den Wirten nur wenige Tage. Eine Übertragung durch Einstreu oder Personen ist zwar möglich und kommt in Einzelfällen auch vor, hat aber bei der allgemeinen Ausbreitung kaum eine Bedeutung.

Grabmilben sind nur durch ein Hautgeschabsel sicher nachzuweisen. Sie können im juvenilen (jungen) Stadium durch Körperkontakt übertragen werden. Einige Milbenarten können auch den Menschen befallen und stark juckende Ekzeme verursachen.

Je nach Milbenart gibt es große Unterschiede, aber auf anderen Wirtarten können sie zumindest vorübergehende Hautreizungen auslösen. Gerade Ohrmilben können sich gut auf verschiedenen Tieren ansiedeln und eine Otoacariasis auslösen ("oto" steht für Ohr und "acaria" ist die Tierordnung der Milben und Zecken, während die Endung "-is" für Entzündung steht - also Ohrenentzündung verursacht durch Milben). Ein Befall des Menschen mit Räudeerregern der Haustiere ist zwar selten, aber dennoch möglich. Räudemilbenbefall bezeichnet man bei Tieren als Räude, beim Menschen als Krätze.

Die sogenannte "Trug- oder Pseudokrätze" entsteht nicht durch Grabmilben (Sarcoptesmilben), sondern u.a. durch Staubmilben ( wie z. B: Tyrophagus putrescentiae)oder die im Mehl lebende Acarus siro, welche die "Bäckerkrätze" auslöst .

Im Gegensatz zur Trugkrätze, deren Symptome mitunter abklingen, wenn der Auslöser (Staubmilben etc) gemieden wird, muss die Sarcoptesmilben-Krätze unbedingt behandelt werden.

Bei einem Massenbefall mit Raubmilben (Ornithonyssus), die zu den Saugmilben zählen und sich, wie die rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae), vom Blut ihrer Wirte ernähren, kann es zu Blutarmut (Anämie) und Gewichtsverlust kommen. Letztere verläßt in der Regel nachts ihren Wirt, wohingegen die meisten Milben ihr gesamtes Entwicklungsstadium auf dem Wirt anzutreffen sind. Durch Saugmilben können auch Viren übertragen werden und sich beim Menschen große Quaddeln an der Einstichstelle bilden.

Empfohlen wird von vielen Tierärzten eine Behandlung mit Ivermectin (Ivomec) oder Dectomax, wobei alle anderen Tiere, nicht nur die befallenen, mitbehandelt werden sollten.

Bei einem etwaigen Befall mit der roten Vogelmilbe können Rattenhalter zu dem ungiftigen Mittel Mite-Stop greifen. In einer Verdünnung (mit Wasser 1:40) mittels Blumenspritze in den Käfig/Voliere und die Umgebung (Ecken und Ritzen ) sprühen.

Milben sind besonders widerstandsfähig gegen Antiparasitika, Bei Ohrmilben ist die Wirkung zusätzlich noch vermindert, weil einige Milben zwischen den Krustenschichten leben und so vom Wirkstoff nicht erreicht werden. Auch bei Befall von stationären Milben können räudeartige Hautveränderungen auftreten. Bei schwachem Befall sind die Symptome eher unauffällig.

Als von mir und vielen Rattenhaltern erprobtes Mittel gegen alle oben beschriebenen Arten, auch gegen deren Eier, Puppen und Larven, haben wir das Präparat Kadox (TM, Fa. Chassot) kennengelernt, das leider seit geraumer Zeit außer Handel ist!.
Als Alternativen bleiben nur Stronghold, Frontline oder Advovate, die jedoch sehr vorsichtig und sparsam bei Ratten angewendet werden sollten!

Die Behandlung sollte je nach Präparat wiederholt werden. Nach der Behandlung und einer Wartezeit von einigen Tagen kann man dann die behandelten Neuankömmlinge integrieren. Hat man erst einmal einen starken Befall irgendwelcher Parasiten, hilft nur eine Generalreinigung des Käfigs oder der Wohnanlage. Die Tiere werden wie oben aufgeführt behandelt, der Käfig mit allem Zubehör gereinigt und mit einem Umgebungsspray eingesprüht. Alles Ersetzbare, wie Einstreu und Zeitungen sollte weggeworfen werden.

Läuse/Haarlinge

Bei einem Befall mit Läusen unterscheiden wir zwischen blutsaugenden Arten (Anoplura) und Beißläusen (Mallophaga, z. B. Haarlinge). Haarlinge gehören zu den Beißläusen und ernähren sich von den Hautschuppen ihres Wirtes. Die Eier werden wie bei den Saugläusen an die Haare geklebt. Durch Knabbern im Fell können die verschiedenen Entwicklungsstadien auch im Kot angetroffen werden. Für die gesamte Larvenentwicklung werden nur 3-6 Wochen benötigt, so dass eine starke Ausbreitungsmöglichkeit besteht. Symptome sind starker Juckreiz, Unruhe, bei starkem Befall Ekzeme, Verkrustungen und Haarausfall. Haarlinge bewegen sich agil auf ihrem Wirt. Befall wie bei den Saugläusen durch Kontakt mit befallenen Tieren oder deren Lager.

Saugläuse (Anoplura) ernähren sich vom Blut ihres Wirtes und können bei starkem Befall Anämie verursachen. Bei sehr starkem Befall kommt es zu Juckreiz, Haarverlust, Verkrustungen, eventuell Sekundärinfektionen und bei Massenbefall tritt Anämie und Abmagerung hinzu. Die Nissen werden an den Haarschaft geklebt. Nach 4 bis 14 Tagen schlüpfen Nymphen, welche sich bereits wie adulte Läuse von Blut ernähren, danach folgen drei weitere Häutungen. Die Entwicklung von Läusen ist von der Temperatur abhängig und kann daher 2-4 Wochen dauern.

Läuse und Haarlinge stellen für andere Tiere keine Übertragungsgefahr dar, da die einzelnen Arten ein ganz enges Wirtspektrum haben. Selbst nahe verwandte Wirtsarten werden nicht befallen. Eine Rattenlaus wird also nie auf einer Maus oder anderen Tierart gefunden. Tierläuse können zwar temporär von Menschenblut leben, verlassen aber den Wirt bei passender Gelegenheit. Offenbar ist in der Ernährung die Wirtsspezifität zu groß.

Stellt der Rattenhalter Befall mit Läusen fest und steht ein "Reservekäfig" zur Verfügung, können diese Parasiten "ausgehungert" werden. Läuse überleben nur einige Tage ohne Blutmahlzeit.

Das funktioniert jedoch nur bei den blutsaugenden Arten. Da sich Haarlinge von Hautschuppen und dergleichen ernähren, bleibt hier nur komplettes Ausräumen, Reinigen und Aussprühen des Käfigs und natürlich die Behandlung der Ratten.

Wenn die Ratten einige Tage nicht im Käfig untergebracht werden, erübrigt sich zumindest eine aufwändige Reinigung/Desinfektion des Rattenheimes. Die Ratten müssen selbstverständlich mit einem geeigneten Antiparasitikum behandelt werden. Grundsätzlich sollte bei Parasitenbefall immer die Umgebung und der direkte Wohnbereich der Tiere (Käfige, Ställe, Häuser usw.) mit einem geeigneten Umgebungsspray besprüht werden, damit alle Parasiten erfasst werden

Haarlinge lassen sich von Läusen durch ihre Körperform unterscheiden. Ihr Kopf ist im Vergleich zu Läusen breiter als der Körper. Beide Arten kleben ihre Nissen meist am Haarschaft fest, so dass der Körper bei starkem Befall aussehen kann, als wäre er mit vielen kleinen Perlen bestickt. Bei dunkelhaarigen Tieren ist das besser erkennbar als bei hellen.

Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die meisten Ratten unabhängig von ihrer Herkunft von Parasiten befallen sind. Das trifft auf Tiere aus dem Zooladen genauso zu wie für solche aus Tierheimen oder aus privater Zucht/Haltung. Da Quarantänehaltung nur unzureichend, bzw. gar nicht eingehalten wird und sehr wenig Ratten rechtzeitig gegen Parasiten behandelt werden, haben diese Schmarotzer oft ein leichtes Spiel. Da ein (geringer) Befall nicht immer gleichzeitig mit (starkem) Juckreiz einhergeht, wird er vom Rattenhalter häufig nicht rechtzeitig bemerkt und die Parasiten können sich mehr oder minder rasch vermehren. Bei kranken Ratten vermehren sich Parasiten weitaus schneller als bei Tieren, die in guter körperlicher Verfassung sind. Auch bei jungen Ratten wird der Befall oft zu spät erkannt. Nach geraumer Zeit jedoch haben sich die Parasiten soweit vermehrt, dass erste Symptome auftreten, wie z. B. Juckreiz, kleine verkrustete Stellen, meist im Bereich Kopf, Hals Schulter und Schwanzwurzel, auch kahle Stellen können sich bilden. Der komplette Bestand ist dann bereits befallen und wie ich den Anfragen entnehmen kann, wundern sich viele, woher denn "plötzlich" ihre Ratten Parasiten haben könnten. Da diese Parasiten Zwischenwirte von Bandwürmern sein können (Eier und Larven werden von den Ratten beim Putzen aufgenommen,) sollten sie unbedingt bekämpft werden.

Haarausfall kann auch bei Erkrankungen der Haut (z. B. Hautpilz, Flechte) auftreten.

Ich habe schon einige Fälle erlebt, wo Rattenhalter ganz entsetzt waren, als sie feststellen mußten, daß ihre Tiere Parasiten hatten. Vermutlich ist das Einschleppen solcher Schmarotzer schneller geschehen, als man denkt. Deshalb ist es immer ratsam, sich vor dem Beschäftigen mit seinen Ratten die Hände zu waschen, egal was man vorher gemacht hat. Das ist umso wichtiger, wenn man sich an Orten aufgehalten hat, an dem auch (andere) Tiere gehalten werden, beispielsweise in Zooläden. Auch nach dem Besuch bei einem anderen Rattenhalter sollte man sich vor dem Kontakt mit den eigenen Tieren immer die Hände waschen, denn das Vorhandensein von Parasiten ist nirgendwo auszuschließen.

Ein Hinweis noch zum Thema Einschleppen von Parasiten mit Heu und Stroh.

Flöhe leben nur als ausgewachsene Insekten auf Tieren, um Blutmahlzeiten aufzunehmen. Alle anderen Entwicklungsstadien (Eier und Larven) befinden sich in der Umgebung und können unter Umständen auch mit Einstreu eingeschleppt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass dieses Material mit Wirtstieren Kontakt hatte und nicht sterilisiert wurde. Bei Milben können verschieden Arten als Parasiten auftreten. Obligate Parasiten, die ihren ganzen Lebenszyklus auf Tieren verbringen müssen, können kaum durch Einstreu eingeschleppt werden (z.B. Räudemilben). Hingegen werden Milben, die meist frei in der Umgebung vorkommen und nur einzelne Entwicklungsstadien parasitieren, häufig durch Einstreu eingeschleppt.

Haarlinge und Läuse sind obligate Parasiten und leben ständig auf ihren Wirten. Sie zeigen zusätzlich noch eine enge Wirtspezifität. Das heisst, sie fühlen sich nur auf einer bestimmten Tierart wohl; ein Mäusehaarling wird also nie auf einer Ratte oder Hamster gefunden werden, und umgekehrt. Diese Parasiten halten sich mit kräftigen Krallen an den Haaren fest und Kleben ihre Eier (Nissen) auch an Haarschäfte. Ein zufälliges Abfallen von den Wirten ist sehr unwahrscheinlich und diese Parasiten können auch nur kurz in der Umgebung überleben. Für eine Übertragung sind meist enge Tierkontakte notwendig. Mit Fellpflegeutensilien (Kamm, Bürste) können Haarlinge und Läuse auch übertragen werden.

All diese Hautparasiten sind gegenüber extremen Temperaturen und Trockenheit empfindlich. Nur die Eier können höhere Resistenzen zeigen und z.B. eine 60°C-Wäsche überleben. Durch Tiefgefrieren werden aber auch die Eier abgetötet. Je nach Materialmenge muss aber darauf geachtet werden, dass auch der Kern genügend lange durchgefroren wird (mehrere Tage).